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Mehr als 200 Millionen Euro hat das Emissionshaus ACI aus Gütersloh bei Tausenden Anlegern eingesammelt, um damit traumhafte Immobilienprojekte in Dubai zu finanzieren. Doch nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Sie geht dem Verdacht auf Betrug nach.

Hamburg – Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat am Dienstag mehrere Geschäftsräume des Emissionshauses Alternative Capital Invest (ACI) in Gütersloh durchsucht. Nach Informationen von manager magazin inspizierten die Beamten zudem Privaträume von ACI-Verantwortlichen.

Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft geht sie dem Verdacht auf Kapitalanlagebetrug nach. Es werde geprüft, ob “im Zusammenhang mit dem Vertrieb von Beteiligungen an geschlossenen Immobilienfonds unrichtige Angaben gemacht worden sind und ob diese gegebenenfalls für die Entscheidung der Anleger, sich an den Fonds zu beteiligen, erheblich waren”, heißt es in einer Mitteilung.

Die bei der Razzia gewonnenen Erkenntnisse hätten den Verdacht bisher nicht erhärten können, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Eine genaue Auswertung der vorgefundenen Unterlagen bleibe abzuwarten.

Die Ermittlungen gehen zurück auf eine Anzeige von Rainer R., ehemals Vertriebspartner von ACI und nach Informationen von manager magazin selbst im hohen fünfstelligen Bereich an den Fonds des Unternehmens beteiligt. “Wir halten einige Fondsprospekte für fehlerhaft”, fasst Hartmut Göddecke, Anwalt von R., die Vorwürfe zusammen. “Zudem sind bei zwei Beteiligungsgesellschaften die Eigentumsverhältnisse der Grundstücke unklar und wir haben Zweifel an der Seriosität von Fondskalkulationen.” Bei ACI war für eine Stellungnahme zunächst niemand zu erreichen.

Mehr als 8000 Anleger haben in den Fonds investiert

Die ACI gilt hierzulande als größter Anbieter von Kapitalanlagen mit Investitionsziel Dubai. Mehr als 8000 Anleger haben bislang mehr als 200 Millionen Euro in Fonds des Unternehmens investiert. Projekte mit einem Volumen von mehr als 600 Millionen Euro sollten mit dem Geld realisiert werden. Besonderes Markenzeichen von ACI ist dabei das sogenannte Tower-Branding, bei dem Prominente wie Michael Schumacher, Boris Becker und Niki Lauda den Projekten des Unternehmens ihren Namen leihen.

Seit die Finanzkrise den Boom in Dubai vorerst beendet hat, läuft aber auch bei ACI nicht mehr viel rund. 2009 platzte der Verkauf mehrerer Immobilien aus vier Fonds des Unternehmens, der den Anlegern Rückflüsse in Höhe von mehr als 120 Millionen Euro bringen sollte. Mit den Folgen dieses Flops schlagen sich die Investoren nach Angaben von Anwalt Göddecke noch heute herum.

Die Verkäufe seien von ACI trotz allem verbucht und den Investoren eine Gewinnzuweisung zugeteilt worden, sagt Göddecke. “Der Fiskus hat auf die Scheingewinne prompt Steuern kassiert.” Die steuerliche Mehrbelastung könne sich in Einzelfällen auf fünfstellige Beträge summieren. Auch dazu war von ACI keine Stellungnahme zu bekommen.

ACI ist nicht der erste Dubai-Initiator, der seinen Anlegern wenig Freude bereitet. Vor wenigen Jahren scheiterte der umtriebige Finanzwirt Georg R. aus Hamm bei dem Versuch, sich als Fonds-Initiator zu positionieren. Aus seinem Hotelprojekt, für das er mindestens 20 Millionen Euro bei Anlegern eingesammelt hat, wurde bis heute nichts. Auch R. geriet schnell ins Visier der Staatsanwaltschaft.

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