Skip navigation

Tag Archives: Lohmann

300 Millionen Euro Anlegergelder sind irgendwo in Baugruben und Grundstücks- vormerkungen Dubais versickert, die Konten der vier Alternative Capital Invest Tower Kommanditgesellschaften (Fonds II bis V) sind seit 2008 leer. Dennoch muss der nun zu „Abwicklern“ gewandelte ACI-Familienbetrieb – bestehend aus Chef Uwe Lohmann (64), Sohn Robin (34) sowie der neuerdings zur Beirätin gewählten Zwillingsschwester Nadine – nicht Hartz IV beantragen.

Im Gegenteil. Der Lohmann-Clan darf sich über eine jährliche Apanage von 1,1 Millionen Euro für 2010 und weitere noch unbestimmte Jahre freuen und zwar rückwirkend zum 01. Januar 2010. Die mehr als 7.000 Anleger der Fonds II bis V sollten hierüber in einer schriftlichen Gesellschafterversammlung abstimmen. Und am 27. Januar 2010 teilte ACI-Seniorchef Uwe Lohmann in einem Rundschreiben das Ergebnis mit.

Laut Lohman hätten demnach rund zwei Drittel mit Ja gestimmt. Ein klarer Mehrheitsbeschluss. Lohmann forderte deshalb in dem gleichen Schreiben alle Anleger auf, dem Beschluss Folge zu leisten und sofort rund 144 Euro pro 10.000 Euro Einlage auf das ACI-Konto bei der Sparkasse Gütersloh zu überweisen. Alle, die der ACI irgendwann mal eine Einzugsermächtigung erteilt haben, bräuchten nichts zu tun. Bei ihnen bucht die ACI automatisch ab.

Für die korrekte Stimmenauszählung war der ACI-Chef persönlich verantwortlich

Vielleicht haben sich die um ihre Einlagen und den Verkaufspreis (geplatzter Deal) geprellten Anleger tatsächlich für eine Weiterbezahlung der Fondsinitiatoren entschieden. Vielleicht aber auch nicht. Die Auszählung der Stimmen jedenfalls und die Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses überwachte am Faxgerät in der Gütersloher Zentrale der ACI-Chef Uwe Lohmann persönlich und damit ausgerechnet der Mann, dessen wirtschaftliche Existenz von der Zustimmung der Anleger abhing.

Uwe Lohmann hatte Ende letzten Jahres auch die Vorlage zur Abstimmung formuliert und verschickt. Das Schreiben glich einer Erpressung. Denn, wenn die Honorarzahlungen ausbleiben sollten, so schrieb Lohmann am 17. Dezember 2009 in seinen Bettelbriefen (für jeden Fonds extra einen), dann würde die ACI Insolvenz anmelden. Und dann müssten die Anleger rund 13,8 Millionen Euro Vorabgewinnausschüttungen zurückzahlen, weil die Fonds noch gar keine Gewinne gemacht hätten.

Beschäftige man dagegen das Management weiter, wären lediglich 271.604 Euro für jeden Fonds oder umgerechnet auf den einzelnen Anleger nur 144 Euro pro 10.000 Euro Einlage an die ACI zu zahlen. Das mache im Jahr 1,1 Millionen Euro aus. Das sei allemal weniger als die 13,8 Millionen Euro, die an den Insolvenzverwalter zurückzuzahlen seien – so die Argumentation des Managements.

Und was tun nun die ACI-Manager für die weitere Bezahlung durch die Anleger?

Uwe Lohmann nennt es “Erstattung der Kosten zur Abwicklung der Liquidationsphase”. Gemeint ist der Versuch, den geplatzten Verkauf der vier Fonds an den emiratischen Kohlen- und Geschenkartikelhändler YAMA LLC Ende 2008 in Höhe von 124,5 Millionen Euro doch noch irgendwie mit jemand anderem zu bewerkstelligen.

Doch das gliche einem Wunder. Dazu müsste das zusammengebrochene Flippersystem wieder auferstehen, bei dem man mit immer neuen am Tropf der Banken hängenden Wohnungsan- und -weiterverkäufern ganze Türme bauen konnte, wenn man nur die Bodenplatte besaß. Für dieses Warten auf das Wunder soll sich nun laut Abstimmungsergebnis von Uwe Lohmann die Mehrheit der ACI-Anleger entschieden haben.

Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net dokumentiert das angebliche Abstimmungsergebnis, das ACI-Geschäftsführer Uwe Lohmann den Anlegern der II. Dubai Tower KG am 27. Januar 2010 zuschickte (die Schreiben für III, IV und V sind ähnlich):

Dokumente zum Thema
» Abstimmung II. Dubai Tower KG
» Abstimmung III. Dubai Tower KG
» Abstimmung IV. Dubai Tower KG
» Abstimmung V. Dubai Tower KG
» ACI-Bettelbrief für Ex-Fonds II
» ACI-Bettelbrief für Ex-Fonds III
» ACI-Bettelbrief für Ex-Fonds IV
» ACI-Bettelbrief für Ex-Fonds V
» ACI-Bericht an die Anleger vom 17.12.2009

Pressemitteilungen zum Thema
» ACI: Keine Sorge, Robin Lohmann bucht ab
» ACI-Dubai-Fonds: Wir zahlten nie aus Gewinnen
» Dubai-Fonds: ACI droht Anlegern mit Insolvenz
» Pressefreiheit endet am Geldhahn
» ACI: Der Boss ist erst zehn Jahre alt
» ACI-Chefs bestellten neue Identität in Panama
» ACI-Owners ordered new Indentities
» ACI-Dubai-Fonds: sechs neue Bentleys für den Chef
» ACI-Dubai: Dr. Schulte Anwälte prüfen Haftung von Boris Becker, Michael Schumacher & Niki Lauda
» ACI Dubai Fonds – inklusive Lear Jet für den Juniorchef
» Die Pleitetürme von Becker, Schumacher und Lauda
» Dubai: Jeder Depp wurde Spekulant
» Steuerparadies Dubai: Schluss mit lustig

Angaben aus dem Departement of Economic Development (DED) in Dubai
» YAMA und ACI
» ACI Consultancy
» ACI General Trading LLC
» ACI Investment Project LLC
» ACI Real Estate LLC
» YAMA LLC

Beiträge zum Thema
» ACI: Alternative Capital Invest Dubai Tower
» Bauboom in der Wüste
» Dubai Fonds Richtigstellung
» Kennt einer das hier
» Immobilienfonds Dubai, Libanon, Oman etc.
» Aussergewöhnliche Renditen
» ACI Holding Group Inc Development Unernehmen

Stichwörter zum Thema

» Immobilienfonds Insolvenz Emissionshaus

Advertisements

Die Alternative Capital Invest GmbH aus Gütersloh (NRW) hat gar keine Beteiligungs-Fonds mehr, und auch die 300 Millionen Euro Anlegergelder sind komplett in emiratischen Firmen versenkt, dennoch fordern die nun eigentlich arbeitslosen ACI-Chefs Robin Lohmann (34) und Vater Uwe Lohmann (64) in einem Bettelbrief für 2010 und die nächsten Jahre für eine so genannte Liquidationsphase von den Anlegern ein Gehalt von jährlich 1,1 Millionen Euro. Für jeden der vier Ex-Fonds (Kommanditgesellschaften II bis V) genau 266.560 Euro.

Die Anleger würden diese “freiwillige Umlage” kaum spüren, heißt es in dem von Geschäftsführer Uwe Lohmann unterschriebenen Brief vom 17. Dezember 2009. Lediglich 150 Euro seien pro 10.000 Euro Einlage nötig. Die Anleger bräuchten auch nichts zu tun. Das Geld werde automatisch von der ACI immer am 15. Januar eines jeden Jahres gleich für das ganze Jahr im Voraus abgebucht.

Betroffen sind 5.000 Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Offiziell ist es eine Gesellschafterbeschlussvorlage, über die die Anleger bis zum 17. Januar 2010 per Fax an das Gütersloher Büro der ACI abstimmen sollten. Wie die Abstimmung ausgegangen ist, darüber hüllt sich die ACI-Leitung bis heute in Schweigen.

Wörtlich heißt es im Schreiben von Geschäftsführer Uwe Lohmann vom 17. Dezember 2009 zu Fonds Nummer II (die Schreiben zu den anderen drei Fonds III, IV und V sind gleichlautend):

Robin Lohmanns Zwillingsschwester
Nadine (34) und Vater Uwe Lohmann (64)
Robin Lohmanns Zwillingsschwester
Nadine (34) und Vater Uwe Lohmann (64)

Zitat:

Honorar der Komplementärin / Kostenerstattung zur Abwicklung während der Liquidationsphase

Da die Geschäftsführung – wie Sie auch – davon ausgegangen war, dass die Liquidationsphase der Gesellschaft angesichts des bereits abgeschlossenen Kaufvertrages mit der Firma YAMA allenfalls bis März/April 2009 anhält, hatte sich die Komplementärin mit einer Pauschalvergütung für die bevorstehende Abwicklung in 2009 in Höhe von 60.000 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) unter Freistellung der Fondsgesellschaft von weiteren Kosten bereit erklärt.

Da der Kaufvertrag nicht durchgeführt werden kann und nicht abzusehen ist, wie lange die Liquidationsphase noch anhält, ist die Geschäftsgrundlage für diese Vereinbarung entfallen. Die Komplementärin ist nicht in der Lage, ohne entsprechende Honorierung die Geschäftsführung nebst Übernahme der persönlichen Haftung weiterzuführen.

a) Honorar für Geschäftsführung und Haftungsübernahme

Die Geschäftsführung schlägt vor, der Komplementärin für die Zeit ab 1.1.2010 und für die Dauer des weiteren Liquidationsverfahrens ein Honorar von jährlich 120.000 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer), zurzeit also brutto = 142.800,00 Euro pro Jahr zu gewähren, und zwar für die Geschäftsführung und Übernahme der Haftung.

Die Vergütung ist fällig jeweils jährlich im Voraus per 15.01. eines jeden Jahres, erstmals per 15.01.2010. Die vorgeschlagene Gesamtvergütung liegt weit unterhalb des prospektierten Honorars für die Geschäftsführung, obwohl der Arbeitsumfang und das Risiko während der Liquidationsphase erheblich gewachsen sind.

Danach fallen jährlich folgende Kosten für die Komplementärgesellschaft ab 01.01.2010 an:

Honorar für Geschäftsführung und Haftungsübernahme: 120.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer, zur Zeit somit 142.800 Euro.

b) Der sonstige Aufwand / Auslagen, die von der Gesellschaft an die Geschäftsführung zu erstatten sind,

werden auf mindestens 100.000 Euro pro Jahr kalkuliert. Dazu gehören unter anderem:
Treuhandkosten pro Jahr: 15.000 Euro
Rechtsberatungskosten und Prozesskosten Deutschland: 12.000 Euro
Steuerberatungskosten /Jahresabschlüsse: 40.000 Euro
Rechtsberatungskosten Dubai 10.000 Euro
Rundschreiben / Abstimmungsunterlagen / Protokolle: 10.000 Euro
Kosten von Veranstaltungen / Raumkosten / Gastronom: 3.000 Euro
Anteilige Kosten Gesamtbeirat (inklusive eventuelle Spesen): 1.000 Euro
Notarkosten / Apostillen usw.: 1.000 Euro
Sonstiges: 12.000 Euro
Summe geschätzter sonstiger Aufwand / Auslagen pro Jahr: 104.000 Euro zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer 19.760 Euro
Gesamt brutto Aufwand / Auslagen: 123.760 Euro

c) Insgesamt fallen somit jährlich folgende Kosten bei Ihrer Beteiligungsgesellschaft an:

Geschäftsführungshonorar, siehe oben a) ergibt 142.800 Euro
Sonstiger Aufwand / Auslagen, siehe vorstehend b) 123.760 Euro

Insgesamter Kostenaufwand für die Gesellschaft: 266.560 Euro

Insoweit wird vorgeschlagen, zu beschließen, dass die Beteiligungsgesellschaft für die Dauer des Liquidationsverfahrens ab dem 01.01.2010 an die Komplementärin 120.000 Euro und weitere 104.000 Euro an sonstigem Aufwand, jeweils zuzüglich MWST, zahlt, fällig jeweils zum 15.01. des Jahres.

d) Die Geschäftsführung wird versuchen, die vorstehenden Kosten durch eine freiwillige Umlage zu erheben, um die Ausschüttungen nicht zurück fordern zu müssen. Die Umlagebträge belasten den einzelnen Gesellschafter relativ gering (im Verhältnis zur gezeichneten Kommanditeinlage).

Beispiel: Bei einem gezeichneten Netto-Kapitalbetrag von 10.000 Euro und einer jährlichen Umlage von 266.560 Euro macht dies bei der II. Dubai Tower Fonds KG folgende Belastung pro Jahr aus:

(Gesamtkosten) 266.560 Euro: (Fondsvolumen) 17.144.500 Euro = 0,015 Euro x 10.000 Euro = 150 Euro.

Auf je 10.000 Euro Kommanditbeteiligung fallen somit pro Jahr 150 Euro an Vergütung für die gesamte Geschäftsführung (inklusive Drittleistungen und sonstiger Aufwand) an. Den auf Ihre Beteiligung anfallenden Betragsanteil werden wir, damit für Sie kein zusätzlicher Arbeitsaufwand entsteht, je nach Beschlussfassung von Ihrem Konto einziehen.

Es wird vorgeschlagen, entsprechende Beschlüsse zu fassen.

Möglicherweise endete die Abstimmung wieder einmal mit einer Watschen. Denn der Gehaltsbettel-Brief vom 17. Dezember 2009 ist schon der zweite. Der erste Bettelbrief vom September 2009 war am Wiederstand der Vertriebler gescheitert und fiel bei den Anlegern durch. Damals forderte die ACI-Führung einfach die Fortsetzung ihrer Bezahlung in Höhe von rund einer Million Euro pro Fonds, also insgesamt vier Millionen Euro pro Jahr.

Aber damit sich das nicht wiederholt, haben die ACI-Chefs Druck aufgebaut. Sie drohen den Anlegern im neuen Schreiben unverhohlen mit Insolvenz und mit horrenden Zahlungen, die die Anleger als Gesellschafter der Fonds-Kommanditgesellschaften dann zu leisten hätten.

Und die 300 Millionen Euro, die die Anleger insgesamt eingezahlt hätten, seien im Insolvenzfall für immer verloren. Zur Bekräftigung veröffentlichten die Lohmanns auf der ACI-Webseite einen Brief eines Wirtschaftsanalysten, der mal eben klar stellte, dass es zwecklos sei, in Dubai versickertes Geld zurückholen zu wollen.

» ACI-Bettelbrief für Ex-Fonds II
» ACI-Bettelbrief für Ex-Fonds III
» ACI-Bettelbrief für Ex-Fonds IV
» ACI-Bettelbrief für Ex-Fonds V
» ACI-Bericht an die Anleger vom 17.12.2009